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2025-12-28 20:01:04 +00:00

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Universelle Erklärung der Menschenwürde und des gemeinsamen Gedeihens

Präambel

Wenn Völker erneut sagen müssen, wer wir sind, eine menschliche Familie in einer lebendigen Welt, verlangt der Respekt vor der Menschheit, dass wir die Prinzipien erklären, auf denen wir zu stehen beabsichtigen: Gerechtigkeit ohne Ausnahme, Frieden ohne Vortäuschung und eine Zukunft, in der alle gedeihen können.

Artikel I — Über die Würde

Alle Menschen werden mit angeborener Würde geboren. Diese Würde wird nicht vom Staat, dem Markt oder der Masse gewährt; sie ist der Person eigen und lebendig in Beziehung, zur Familie, zur Gemeinschaft, zur Erde, die uns trägt.

Artikel II — Über Rechte und Verantwortungen

Die Würde spricht mit zwei Stimmen. In der einen beansprucht sie Rechte: mit Wert zu leben, zu sprechen und zu wählen, sicher zu sein an Leib und Lebensunterhalt, an den Entscheidungen teilzunehmen, die die eigenen Tage formen, Kultur und Geist ohne Furcht zu praktizieren, Wohlergehen in Harmonie mit anderen und der Natur zu suchen, gehört zu werden, wenn Unrecht geschieht, und Wiedergutmachung zu erhalten. In der anderen akzeptiert sie Verantwortungen: gegenüber sich selbst in Ehrlichkeit, gegenüber der Gemeinschaft in gutem Glauben, gegenüber künftigen Generationen in Verwaltung und gegenüber der lebendigen Erde in Zurückhaltung und Fürsorge.

Artikel III — Über Freiheit und Zugehörigkeit

Menschliches Gedeihen braucht beides. Freiheit gibt den Raum zu werden; Zugehörigkeit gibt den Boden zu stehen. Autonomie ohne Solidarität zerfällt in Gleichgültigkeit; Solidarität ohne Autonomie verhärtet sich zu Kontrolle. Wir wählen beides: die Freiheit, einen Weg zu schmieden, und die Bande, die uns sicher genug machen, es zu versuchen.

Artikel IV — Über Regierungsführung

Legitime Regierungsführung bezieht ihre Autorität aus der Zustimmung und Beteiligung der Regierten, aus ihrer bewiesenen Fähigkeit, Würde und ökologisches Gleichgewicht zu schützen, aus der Verantwortlichkeit gegenüber der Gegenwart und den noch Ungeborenen und aus dem Respekt für plurale Weisen des guten Lebens. Wenn ein System diesen Zielen feindlich wird, wenn Unterdrückung, Ausbeutung oder ökologischer Ruin zu seiner Gewohnheit werden, ist es das Recht und die Pflicht des Volkes, es zu reformieren oder zu ersetzen.

Artikel V — Über Geschichte und Wiedergutmachung

Wir sprechen klar: Die moderne Welt steht auf Verletzungen, kolonialem Diebstahl, Sklaverei, Völkermord und systematischem Ausschluss. Anerkennung ist nicht genug. Wir verpflichten uns zur Wiedergutmachung: vererbte Ungleichheiten anzugehen, indigene Verwaltung und Beziehungen zum Land zu ehren, zurückzugeben, was genommen wurde, und Selbstbestimmung wiederherzustellen, Wirtschaften zu formen, die Menschen und dem Planeten dienen statt Extraktion und Entsorgung.

Artikel VI — Über zukünftige Generationen

Wir halten uns verantwortlich gegenüber denen, die uns noch nicht antworten können. Wir versprechen einen blühenden, biodiversen Planeten; Institutionen, die ohne Ausbeutung Bestand haben; die Bewahrung und Weitergabe von Wissen und Kultur; Grundlagen für Frieden statt Zyklen von Beschwerden; Beweis in der Praxis, dass verschiedene Völker mit gegenseitigem Respekt leben können.

Artikel VII — Über Sicherheit und Macht

Wahre Sicherheit wird aufgebaut, nicht auferlegt. Sie wächst aus Vertrauen, gegenseitiger Hilfe und gerechten Institutionen, niemals aus Herrschaft. Macht soll durch Recht begrenzt, durch Transparenz gemäßigt und zum Gemeinwohl umgelenkt werden.

Artikel VIII — Über Unterschiede

Unterschied ist keine Bedrohung, sondern eine Stärke. Vielfalt des Denkens, der Kultur und des Ansatzes erweitert das Mögliche. Einheit muss nicht Einförmigkeit bedeuten; Eintracht muss nicht Schweigen bedeuten. Wir werden ohne Herabwürdigung widersprechen, ohne Entmenschlichung beraten und kooperieren, wo das Gewissen es erlaubt.

Artikel IX — Über Universalität und Praxis

Diese Prinzipien sind universell im Geist und besonders in der Praxis. Kein einzelnes Modell von Regierungsführung oder Wirtschaft wird jedem Ort oder Volk passen. Jede Gemeinschaft muss Würde in lokale Institutionen übersetzen. Austausch zwischen Kulturen ist ein Geschenk, keine Forderung; Weisheit wird geteilt, nicht auferlegt.

Artikel X — Das Versprechen

Wir verpflichten uns daher zur Würde jeder Person ohne Ausnahme, zur Heilung historischer Wunden, zum Schutz unseres gemeinsamen Zuhauses und zum Aufbau von Systemen, in denen alle gedeihen können. Wir laden alle Völker ein, sich anzuschließen, nicht als Anhänger eines Weges, sondern als Gefährten in der schweren, hoffnungsvollen Arbeit, die vor uns liegt.


Diese Erklärung steht nicht als Ende, sondern als Anfang, eine Stimme in einem fortlaufenden Gespräch darüber, wie die Menschheit mit Würde, Gerechtigkeit und Fürsorge für die Welt, die wir teilen, leben könnte.

Anmerkung des Übersetzers

Diese Übersetzung versucht, sowohl die universellen Prinzipien als auch die deutsche philosophische Tradition der Menschenwürde zu vermitteln. Der Begriff "gemeinsames Gedeihen" resoniert mit dem Konzept der Solidargemeinschaft, während die Betonung historischer Wiedergutmachung Deutschlands eigene Erfahrung mit Vergangenheitsbewältigung widerspiegelt. Die Balance zwischen individueller Freiheit und kollektiver Verantwortung entspricht dem deutschen Verständnis von Sozialstaatlichkeit und ökologischer Verantwortung.